Ist der Yorkshire-Terrier ein Kleintier?

Yorkshire-Terrier

Die Mieterin einer Wohnung wollte sich einen Yorkshire-Terrier anschaffen und bat dafür die Eigentümerin um die vertraglich festgelegte Erlaubnis. Die Eigentümerin verweigerte die Zustimmung und es kam zum Gerichtstermin. Das Gericht entschied, Yorkshire-Terrier seien der Kleintierhaltung zuzurechnen, denn diese Hunde seien etwa so groß wie Meerschweinchen. Für die Haltung von Kleintieren in Wohnungen sei die Zustimmung des Vermieters nicht erforderlich. Diese Hunde können sich allenfalls durch leises, heiseres Bellen bemerkbar machen und seien erfahrungsgemäß nicht in der Lage, andere Hausbewohner zu belästigen oder die Wohnung stärker abzunutzen.
(LG Kassel, AZ 1 S 503/96)

Kein Verbot von Katzen in der Mietwohnung

Katze guckt lieb

Katzen in der Mietwohnung gehören zur „freien Lebensgestaltung“ eines Mieters. Der Eigentümer könne dem Wohnungsmieter seine Tiere nicht verbieten, urteilten die Richter aus der Hansestadt Hamburg. Katzen würden keinen störenden Lärm verursachen, Kratzspuren auf Tapeten seien nicht irreparabel, unangenehmer Geruch verziehe sich nach dem Auszug wieder. Alles in allem, so die Richter, drohe dem Vermieter kein bleibender Schaden.
(Amtsgericht Hamburg, Az: 40 a C 402/95)

Keine Kündigung wegen Einbau einer Katzenklappe

schlafende Katze

In dem verhandelten Fall hatte der Mieter einer Wohnung ein 16 mal 16 Zentimeter großes Loch in eine Zimmertür gesägt und eine Katzenklappe eingebaut. Durch diese Klappe habe seine Katze problemlos innerhalb der Wohnung von einem Zimmer ins andere laufen können. Der Vermieter der Wohnung hatte daraufhin dem Mieter fristlos wegen „Beschädigung seines Eigentums“ gekündigt. Die Richter des Erfurter Amtgerichts gaben jedoch dem Mieter der Wohnung recht: Zwar stelle der Einbau der Katzen Klappe eine Sachbeschädigung dar. Er habe jedoch nicht beabsichtigt, den Vermieter zu schädigen. Außerdem führe das Loch in der Tür zu keinen Belästigungen der übrigen Mieter und eine weitere Beeinträchtigung der Wohnung sei ebenfalls nicht zu erwarten. Eine Kündigung sei deshalb nicht gerechtfertigt. Allerdings habe der Mieter bei Beendigung des Mietverhältnisses den Schaden an der Zimmertür zu beheben. (Amtsgericht Erfurt, Az: 223 C 1095/98)

Hunde in der Wohngemeinschaft

Hund am Tisch

Oftmals fühlen sich Miteigentümer durch einen Hund in der Wohnungsgemeinschaft gestört und versuchen dann über den Weg des Mehrheitsbeschlusses, ein Hundeverbot durchzusetzen. Dass dies dann nicht rückwirkend geht, ist meistens bekannt. Manche meinen aber, Neuanschaffungen verbieten zu können. Auch dies geht nicht, solange sich auch nur ein einziger der Eigentümer dagegen ausspricht.
(Oberlandesgericht Stuttgart, Az: 8 W 8/82)

Warnung vor dem Hund

Wachhund

Grundstückseigentümer trifft die Verpflichtung für einen verkehrssicheren Zustand ihres Grundstücks zu sorgen. Im zumutbaren Rahmen sollen Gefahren von Dritten abgewendet werden. Diese Verpflichtung gilt insbesondere für Grundstücke von denen aufgrund besonderer Umstände, erhebliche Gefahren ausgehen. Hierzu gehört auch das uneingeschränkte Herumlaufen eines bissigen Hundes, auf einem in einem Wohngebiet gelegenen Hausgrundstück. Wird ein Besucher in solch einem Fall gebissen, so haftet der Grundstückseigentümer nicht nur als Hundehalter, sondern auch, weil er seine Sorgfaltspflicht gegenüber anderen verletzt hat. Ein am Tor angebrachtes Schild „Warnung vor dem Hund“ stellt keine ausreichende Sicherung dar, weil es ein Betretungsverbot nicht ausspricht und auch nicht auf die Bissigkeit des Hundes hinweist. Wer aber solch eine Warnung aus dem Wind schlägt, muss sich im Falle einer Hundebissverletzung, ein Mitverschulden anrechnen lassen und bekommt nicht den vollen Schaden bezahlt.(Landgericht Memmingen, Az: 1 S 2081/93)

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